Die IGO versteht sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden ethischen Wirtschaftsmodellen, sondern als deren konsequente infrastrukturelle Weiterentwicklung. Besonders zur Gemeinwohl-Oekonomie (GWÖ) nach Christian Felber bestehen fundamentale Parallelen in der DNA.
Die IGO liefert die „Hardware“ für die „Software“ der GWÖ. Was in der GWÖ-Bilanz heute händisch dokumentiert wird, wird durch die IGO-Säulen systemisch automatisiert:
Menschenwürde & Gerechtigkeit (TFE): Die GWÖ fordert die Begrenzung der Einkommensschere. Die Säule 4 (TFE) setzt dies über den Gerechtigkeitsfaktor 20 technisch um, indem sie Lebenszeit zum Wertmaßstab macht.
Solidarität & Transparenz (Freigeld): Die GWÖ kritisiert die Macht des Kapitals. Die Säule 2 (Freigeld) verhindert durch den Umlaufimpuls die Hortung von Reichtum und bringt das Geld automatisch zurück in den dienenden Kreislauf der Realwirtschaft.
Ökologische Nachhaltigkeit (ECO): Während die GWÖ ökologische Auswirkungen bilanziert und auf Freiwilligkeit setzt, macht die Säule 3 (ECO) sie durch harte Ressourcenbudgets zur ökonomischen Wahrheit und setzt klare Grenzen für den fossilen Konsum.
Demokratische Mitbestimmung (MMT): Die GWÖ will, dass die Wirtschaft dem Gemeinwohl dient. Die Säule 1 (MMT) ermöglicht dies, indem sie die Geldschöpfung in die Hände demokratisch legitimierter Bürgerräte legt.
Die GWÖ-Bilanzierung fungiert in der Einführungsphase der IGO als empirisches Fundament. Während das Ziel der autonome Echtzeit-Preis (ECO) ist, liefert die jahrelange Datenhistorie der GWÖ zu Beginn die notwendigen Daten für einen Verteilungsschlüssel. So wird sichergestellt, dass die ökologische Preisbildung nicht bei Null beginnt, sondern auf validierten, realwirtschaftlichen Daten aufbaut, die den Transfer von der rückschauenden Bilanzierung zur vorausschauenden Echtzeit-Steuerung erst ermöglichen.
Phase 1: Die Bilanz als Datenspender (Heute)
Unternehmen erstellen eine GWÖ-Bilanz. Dies sensibilisiert für Ressourcenverbrauch und soziale Gerechtigkeit. Diese Datenstruktur ist die direkte Vorarbeit für die spätere ECO-Bepreisung.
Phase 2: Bevorzugung durch MMT (Übergangszeit)
In der Phase der Einführung von Säule 1 nutzt der Staat die GWÖ-Punktzahl als Kriterium: Unternehmen mit hoher Gemeinwohl-Bilanz erhalten vorrangig Zugang zu MMT-finanzierten Investitionsmitteln und öffentlichen Aufträgen.
Phase 3: Systemische Automatisierung (Zielzustand)
Mit Vollendung der IGO-Infrastruktur wird die manuelle Bilanzierung redundant. Das System (ECO/TFE) garantiert nun die Werte, die zuvor mühsam berichtet werden mussten. Die GWÖ-Bilanz war das Training, die IGO ist die automatisierte Umsetzung.
Die Synergie liegt im Versprechen an die Wirtschaft: „Werde heute Teil der GWÖ, um morgen im IGO-System einen Wettbewerbsvorteil durch ökologische und soziale Exzellenz zu haben.“ Die IGO ist das Werkzeug, das die Vision der Gemeinwohl-Oekonomie endlich skalierbar und manipulationssicher macht.