IGO – FAQ-Katalog

 

I. DIE MECHANIK: GELD & RESSOURCEN (Säulen 1, 2 & 3)

1. Woher kommt das Geld für staatliche Aufgaben und Unternehmen? Die Geldschöpfung erfolgt souverän durch den Staat (MMT), orientiert am realwirtschaftlichen Bedarf und demokratisch legitimiert durch Bürgerräte. Durch die Umlaufsicherung (Freigeld) bleibt das Geld im Fluss; es wird zum Werkzeug des Austauschs statt zum Objekt der Hortung. Unternehmen finanzieren sich über Umsätze und zinsfreie Kredite der öffentlichen Banken.

 

2. Widerspricht unbegrenztes Geld (MMT) nicht dem harten ECO-Limit? Nein. MMT ist der Motor, ECO die Leitplanke. MMT ermöglicht es uns, alles zu finanzieren, was wir als Gesellschaft tun wollen und wofür Ressourcen da sind. ECO verhindert, dass wir dabei die physikalischen Grenzen des Planeten sprengen. Investiert wird primär in das, was den ECO-Verbrauch langfristig senkt.

 

3. Wie entsteht an „Tag 1“ der korrekte ECO-Preis für ein Produkt? Hier nutzt die IGO die Daten der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Da zu Beginn keine lückenlosen Echtzeit-Daten für jede Schraube vorliegen, liefern die GWÖ-Bilanzen die notwendigen Verteilungsschlüssel. So werden ökologische Gemeinkosten (wie die Heizung einer Fabrik oder der Verschleiß einer Maschine) präzise und manipulationssicher auf den Endpreis umgelegt.

 

4. Kann der Staat durch ECO-Schulden handlungsunfähig werden? Nein. Der Staat finanziert den laufenden Betrieb über einen moderate ECO-Gemeinwohlanteil. Für große Transformationen nutzt er ECO-Investitionskredite der Klimabank. Diese werden nicht durch „Sparen“ getilgt, sondern durch die reale ökologische Einsparung, die das Projekt (z. B. Schienennetz) bewirkt. Ein Teil der Ersparnis tilgt den Kredit, der Rest bleibt als „Öko-Dividende“ direkt beim Bürger.

 

5. Warum dürfen Unternehmen keine ECO-Gewinne machen? Unternehmen fungieren als rein technische „Durchlauferhitzer“. Ein ECO-Überschuss auf einem Firmenkonto ist lediglich ein wertloses Buchungsguthaben, das nicht in Geld umgetauscht werden kann. Dies eliminiert jegliche Spekulation mit der Natur und zwingt Firmen stattdessen, ihre ECO-Preise so niedrig wie möglich zu halten, um im Wettbewerb um das begrenzte Budget der Bürger zu bestehen.

 

6. Warum wird Biomasse nicht als ECO-Gutschrift angerechnet? Um den Missbrauch und das „Greenwashing“ des heutigen Zertifikatehandels auszuschließen. CO2-Bindung durch Biomasse ist oft instabil oder manipulationsanfällig. Naturschutz und Aufforstung sind lebensnotwendige Aufgaben, die über das staatliche MMT-Budget finanziert werden, dürfen aber nicht als „Ablasshandel“ dienen, um das harte ECO-Limit an anderer Stelle zu überschreiten.

 

II. MENSCH, ARBEIT & GERECHTIGKEIT (Säule 4 – TFE)

7. Warum sollte ich mich anstrengen, wenn jede Stunde gleich viel zählt? In der IGO ist Zeit die wahre Währung (TFE). Da fossiler Konsum durch das ECO-Budget gedeckelt ist, verschiebt sich der Fokus von „immer mehr besitzen“ hin zu Sinnstiftung, Qualität und Zeitwohlstand. Wer effizienter arbeitet oder automatisiert, gewinnt in der IGO primär Lebenszeit bei vollem Lohnausgleich.

 

8. Führt Automatisierung nicht zu Massenarbeitslosigkeit? Im Gegenteil. In der IGO führt technischer Fortschritt systemisch zur Arbeitszeitverkürzung. Da Gewinne durch den Faktor 20 nicht konzentriert werden können und materieller Mehrkonsum ökologisch begrenzt ist, münden Effizienzgewinne direkt in weniger Arbeitsstunden für alle – bei gleichbleibender Kaufkraft.

 

9. Verlieren wir durch den Faktor 20 nicht die „besten Köpfe“ an das Ausland? Wer nur für eine maximale Zahl auf einem Konto lebt, mag abwandern. Wer jedoch maximale Lebensqualität in einer stabilen, sicheren und ökologisch intakten Gesellschaft sucht, findet in der IGO den weltweit besten Standort. Die reale Kaufkraft, der Zeitwohlstand und die soziale Sicherheit in der IGO wiegen nominal höhere Gehälter in instabilen Altsystemen bei weitem auf.

 

10. Warum ein 8-jähriger Zyklus für Bürgerräte? Kurze 4-Jahres-Zyklen erzeugen oft politischen Opportunismus. 8 Jahre geben Unternehmen und der Gesellschaft Planungssicherheit und erlauben es, ökologische Transformationen nachhaltig umzusetzen, statt sie dem kurzfristigen Wahlkampf zu opfern.

 

III. MARKT, TECHNIK & SICHERHEIT

11. Ist die IGO eine Form der Planwirtschaft? Nein. In einer Planwirtschaft bestimmt der Staat Produktion und Bedarf. In der IGO bleibt die Konsumentensouveränität voll erhalten. Die Bürger entscheiden frei, wofür sie ihre TFE und ECOs ausgeben. Der Staat setzt lediglich das physikalische Gesamtrahmen-Budget (ECO) und den sozialen Standard (TFE) fest – innerhalb dieser Leitplanken agiert der Markt frei und innovativ.

 

12. Führt das ECO-Wallet zur Überwachung meines Konsums? Nein. Die IGO-Infrastruktur nutzt ein anonymisiertes Wallet-Konzept, bei dem lediglich quantitative Beträge verbucht werden. Informationen darüber, was genau gekauft wurde, werden nicht zentral gespeichert. Die Nutzung von Open-Source-Protokollen garantiert, dass ein Social-Credit-System technisch ausgeschlossen bleibt.

 

13. Muss ich beim Einkauf zum ökologischen Buchhalter werden? Nein. Die Technik übernimmt die Komplexität. Am Regal stehen zwei Preise: Der Preis in TFE (Arbeitszeit/Geld) und der Preis in ECO. Ein einfaches Ampelsystem auf Ihrem Wallet zeigt Ihnen sofort, wie viel von Ihrem monatlichen Ressourcenbudget noch zur Verfügung steht.

 

14. Gibt es Freibeträge beim Umlaufimpuls des Geldes? Ja. Um individuelles Sparen (z. B. für Anschaffungen oder als Puffer) zu ermöglichen, sieht das System definierte Freibeträge vor. Erst Guthaben, die diesen Rahmen überschreiten, unterliegen dem Umlaufimpuls, um die Hortung großer, unproduktiver Vermögenswerte zu verhindern.

 

15. Kann man die IGO sofort einführen? Die IGO ist eine evolutionäre Transformation. Sie startet idealerweise in Modellregionen. In einer ersten Phase werden TFE-Apps und ECO-Schattenpreise genutzt, um das System zu kalibrieren und die Menschen mit der neuen Logik vertraut zu machen, bevor die harte systemische Kopplung erfolgt.

 

 

Weitere Informationen zu ECO:

www.saveclimate.earth