Die Transformation hin zur IGO erfolgt nicht abrupt, sondern in einem evolutionären Prozess, der Sicherheit und Akzeptanz schafft.
Phase 1: Die konzeptionelle Grundsteinlegung
In dieser Phase liegt der Fokus auf der Abgrenzung und Prüfung der Stabilität im Vergleich zum aktuellen Ist-Zustand des Finanzsystems in der Eurozone.
Theoretische Modellierung: Mathematische Simulation der Zeitfaktor-Ökonomie und der ECO-Budgets, um sicherzustellen, dass die grundlegenden Konsumbedürfnisse trotz ECO-Budget erfüllt werden können.
Manifest & Whitepaper: Fertigstellung des Dokuments als Grundlage für Unterstützer, Wissenschaft und Öffentlichkeit.
GWÖ-Bilanzierung als Datenspender: Unternehmen werden ermutigt, eine GWÖ-Bilanz zu erstellen. Dies sensibilisiert für Ressourcenverbrauch sowie soziale Gerechtigkeit und liefert die notwendige Datenstruktur für die spätere automatisierte ECO-Bepreisung (siehe Kapitel 7).
Rechtlicher Rahmen: Prüfung von Genossenschafts- und Komplementärwährungsmodellen, um bereits heute Pilotbetriebe im Geist der IGO rechtssicher zu führen.
Phase 2: Das Pilotprojekt „Regionale IGO-Zelle“
Der Übergang in die Praxis erfolgt zunächst als begleitendes System, um Lerneffekte ohne existenzielle Risiken zu ermöglichen.
Start der Zeit-Wert-Börse: Aufbau eines regionalen Netzwerks, in dem Leistungen auf Basis von Lebenszeit getauscht werden (Säule 4).
Implementierung des IGO-Wallets: Ein digitales Konto, das neben Euro-Guthaben auch erste ECO-Simulationen und Zeitguthaben abbildet. In dieser Simulationsphase hat das Überschreiten des ECO-Budgets noch keine harten Sanktionen. Ziel ist es, zunächst eine breite Datenbasis zu schaffen und ein gesellschaftliches Bewusstsein für die realen ökologischen Kosten zu generieren, bevor das ECO-Budget in einer späteren Phase zur „harten Währung“ mit limitierender Wirkung wird.
Phase 3: Die systemische Integration
In dieser Phase werden die ersten systemischen Elemente der IGO in bestehende Strukturen eingebettet.
Anbindung an kommunale MMT-Finanzierung: Kooperation mit Kommunen, um öffentliche Aufträge über IGO-Zeitgutschriften zu finanzieren (Säule 1). Hierbei dient die GWÖ-Punktzahl als Kriterium: Unternehmen mit hoher Gemeinwohl-Bilanz erhalten vorrangig Zugang zu diesen MMT-Investitionsmitteln.
Der Umlaufimpuls in Aktion: Einführung des Freigeld-Mechanismus (Säule 2) innerhalb des Wallets, um lokale Investitionen zu fördern.
Einführung von ECO: Start des ECO-Systems als lückenloser Gesamtschritt entlang der Wertschöpfungskette. Durch die Vorarbeit der GWÖ-Bilanzen aus Phase 1 ist die Umstellung für Unternehmen administrativ bereits vorbereitet.
Phase 4: Die systemische Etablierung (Langfristig)
Ziel ist es, die IGO als stabilen, krisenfesten Standard zu etablieren. Mit Vollendung der IGO-Infrastruktur wird die manuelle GWÖ-Bilanzierung redundant: Das System (ECO/TFE) garantiert nun automatisch die Werte, die zuvor mühsam berichtet werden mussten. Die IGO ist die automatisierte Umsetzung der Gemeinwohl-Vision. Die Vorteile – geschützte Umwelt, faire Löhne, stabile Altersvorsorge – werden so klar sichtbar, dass eine vollständige Transformation gesellschaftlich möglich wird.