Die Frage, die mich seit Jahren antreibt, ist simpel und doch radikal: Dient unser Geldsystem dem Menschen – oder ist es umgekehrt?
In meiner Auseinandersetzung mit der heutigen Wirtschaftsrealität stieß ich immer wieder auf dieselben systemischen Sackgassen. Ob es die versteckte Zinslast von rund 40 % in unseren Alltagspreisen ist oder der mathematische Wachstumszwang, der uns zwingt, unsere ökologischen Lebensgrundlagen für kurzfristige Renditen zu opfern – es wurde klar, dass wir es nicht mit politischem Versagen einzelner Akteure zu tun haben, sondern mit einem Designfehler im Betriebssystem unserer Gesellschaft.
Ich habe die Integrierte Geldsystem Oekonomie (IGO) entwickelt, weil ich überzeugt bin, dass wir eine Sprache brauchen, die Ökonomie wieder als das begreift, was sie ursprünglich war: Oekonomie (mit „Oe“) – die Lehre vom guten Haushalten innerhalb gegebener Grenzen.
Meine Motivation ist dabei dreifach:
Gerechtigkeit durch Wahrheit: Ich möchte ein System, in dem Arbeit (TFE) wieder ihren wahren Wert zurückerhält und nicht durch die Entwertung einer „ewigen Zinsbedienung“ ausgehöhlt wird.
Ökologische Ehrlichkeit: Wir brauchen Leitplanken (ECO), die dafür sorgen, dass Innovationen endlich wieder in Richtung Nachhaltigkeit und Effizienz fließen – statt in die Ausbeutung von Naturkapital.
Biografische Freiheit: Es sollte im 21. Jahrhundert keine Rolle spielen, wann man sich im Leben zu neuen Aufgaben berufen fühlt. Ein faires Geldsystem muss Bildung und Umorientierung systemisch unterstützen, statt sie durch prekäre Lebensläufe zu bestrafen.
Dieses Papier ist kein „ideologisches Pamphlet“ und erhebt keinen Anspruch auf absolute Wahrheit. Es ist ein Denkanstoß und eine Einladung zum Diskurs. Wir müssen aufhören, das aktuelle System als alternativlos zu betrachten, und beginnen, die Leitplanken für eine Evolution zu entwerfen, die unseren Kindern eine lebenswerte Welt hinterlässt.
Ich freue mich auf den weiteren Austausch mit allen, die bereit sind, die Grundfesten unserer Oekonomie neu zu denken.