Die IGO ist kein „Top-Down“-Regime, sondern basiert auf Bürgerräten und dem Prinzip der Subsidiarität. Sie bricht mit dem Modell der klassischen Parteiendemokratie und setzt auf direkte, dezentrale Verantwortlichkeit. Dies spiegelt sich besonders in der Steuerung staatlicher Aufgaben wider.
In der IGO ist Geld kein knappes Gut, wohl aber die ökologische Belastbarkeit unseres Planeten. Um sicherzustellen, dass staatliches Handeln nicht zu einer Überlastung der Biosphäre führt, unterliegt die öffentliche Hand einer strikten ökologischen Haushaltsdisziplin. Das folgende Modell beschreibt, wie der Staat über ein Basisbudget verfügt und gleichzeitig durch eine innovative Investitionsregel befähigt wird, die notwendige Transformation der Infrastruktur ohne ökologische Neuverschuldung voranzutreiben.
Der Staat verfügt über ein reguläres ECO-Basisbudget, welches durch eine moderate ECO-Gemeinwohlabgabe gespeist wird. Diese Gemeinwohlabgabe wird prozentual sowohl von den monatlichen ECO-Budgets der Bürger, wie auch des Staates einbehalten. Dies stellt sicher, dass der Staat für seine laufenden Ausgaben (Verwaltung, Erhalt bestehender Systeme) gegenüber der Gemeinschaft rechenschaftspflichtig bleibt.
Reicht dieses Basisbudget für notwendige Transformationen oder Großprojekte nicht aus, greift die staatliche ECO-Investitionsregel¹. Hierbei kann der Staat (oder die Kommune) sein Budget über einen ECO-Investitionskredit der Klimabank erweitern. Die Rückzahlung (Tilgung) dieses Kredits folgt dem Prinzip der Nutzen-Kausalität:
Regionale Bürger-Investitionen (z. B. Schienenausbau, Radwege): Führt ein Projekt zu einer direkten ECO-Ersparnis im Alltag der Bürger einer Region (z. B. durch den Umstieg vom PKW auf die Bahn), wird diese Einsparung zur Tilgung herangezogen.
Akzeptanz-Regel: Zur Sicherung der sozialen Akzeptanz wird nur ein Teil der realisierten Einsparung für die Tilgung einbehalten. Der andere Teil verbleibt als direkte Entlastung („Öko-Dividende“) auf den Konten der Bürger. So spüren die Menschen sofort einen persönlichen Vorteil durch die neue Infrastruktur.
Institutionelle Eigen-Investitionen (z. B. Rathaus-Sanierung, E-Krankenwagen): Dienen die investierten ECOs dazu, den ökologischen Fußabdruck staatlicher oder kommunaler Institutionen selbst zu senken (z. B. durch effizientere Heizungen in öffentlichen Gebäuden oder die Elektrifizierung von Rettungsflotten), erfolgt die Tilgung direkt aus dem zukünftigen ECO-Basisbudget der jeweiligen Institution. Die Ersparnis im laufenden Betrieb refinanziert somit die Investition.
Ein Kredit-Projekt ist nur zulässig, wenn es die Kriterien der Netto-Einsparung oder des Gemeinwohlnutzens erfüllt und durch die zuständigen Bürgerräte legitimiert wurde. Dies garantiert eine hohe Treffsicherheit der Investitionen und verhindert sinnlose Prestigeprojekte.
Kernprinzipien:
Regionale Autonomie:
Regionale Autonomie bedeutet in der IGO nicht die bürokratische Zuteilung unterschiedlicher ECO-Budgets durch regionale Behörden. Das Budget pro Bürger bleibt universell gleich.
Vielmehr entscheiden die regionalen Bürgerräte autonom darüber, welche Projekte für die jeweilige Region den größten ökologischen Nutzen haben oder welche Infrastrukturmaßnahme den größten Nutzen für das Gemeinwohl bringt.
So profitieren Regionen indirekt von der Stärkung ihrer ökologischen Basis und ihrer Infrastruktur. Ressourceneffiziente regionale Kreisläufe senken den ECO-Preis der lokalen Produkte. Dies führt zu einer natürlichen Preisstabilität und einem Standortvorteil, der auf realer ökologischer Exzellenz basiert, statt auf bürokratischer Verrechnung.
8 Jahres Stabilität: Lange Zyklen verhindern hektische Politikwechsel und geben der Wirtschaft die notwendige Planungssicherheit.
Systemwechsel statt Symptomkur:
Während klassische Steuerreformen an Komplexität scheitern, bietet die IGO ein selbstregulierendes System, das ökologische Leitplanken technisch garantiert.
Die aktuelle Steuer- und Abgabenarchitektur ist ein hochkomplexes Geflecht, das Arbeit bestraft, Kapital privilegiert und durch enorme Bürokratie wertvolle Ressourcen bindet. Die IGO ersetzt dieses System durch einen einzigen, universellen Grundsatz: 30% Pauschalabgabe auf alle Zuflüsse zur Finanzierung sämtlicher Staatsaufgaben.
1. Das Fundament: Die 30% Einheitsabgabe
Anstelle von Einkommensteuer, Sozialversicherungsbeiträgen, Abgeltungsteuer und Erbschaftsteuer tritt eine einzige Abgabe von 30%. Diese Regelung gilt für alle Einkommensarten, wobei faire Freibeträge den sozialen Schutz gewährleisten:
Erwerbsarbeit & Einkommen: Ein jährlicher Freibetrag (Existenzminimum) bleibt abgabenfrei. Jeder Euro darüber wird linear mit 30% belastet – ohne kalte Progression und ohne Beitragsbemessungsgrenzen.
Erbschaften & Schenkungen: Diese werden als Einkommenszufluss beim Empfänger gewertet. Großzügige Freibeträge (z. B. für das selbstgenutzte Familienheim oder engste Angehörige) stellen sicher, dass kleine und mittlere Vermögen geschützt bleiben. Nur was darüber hinausgeht, leistet den 30-prozentigen Solidaritätsbeitrag.
Kapital & Vermögen: Dividenden, Zinsen, Mieten und Aktiengewinne werden ab dem ersten Euro (nach Abzug eines Sparer-Freibetrags) einbezogen.
Unternehmen: 30% auf den Ertrag (inkl. Integration der Gewerbesteuer).
Auslandseinkommen:Durch das Differenzprinzip wird auch Auslandskapital erfasst: Die Differenz zwischen ausländischer Steuer und dem IGO-Satz wird im Inland fällig, was Steuerflucht unattraktiv macht.
2. Die soziale Garantie: Bürgerversicherung & Würde
Die 30% finanzieren das unerschütterliche Fundament unserer Gesellschaft:
Gesundheit & Pflege: Eine vollumfängliche Bürgerversicherung für alle (inkl. Beamte und Selbstständige) beendet die Zwei-Klassen-Medizin.
Rentenmodell (Sicherheit im Alter): Die IGO führt ein Rentensystem ein, das auf Realwerten basiert:
Mindestrente: Ein garantiertes Einkommen über dem Existenzminimum schließt Altersarmut systemisch aus.
Maximalrente: Um die soziale Kohärenz zu wahren, orientiert sich die Maximalrente am allgemeinen IGO-Gerechtigkeitsfaktor 20. Dies stellt sicher, dass die Relation der Lebensleistungen gewahrt bleibt, ohne das System durch uferlose Ansprüche zu destabilisieren, die von der nachfolgenden Generation realwirtschaftlich nicht gedeckt werden könnten.
Infrastruktur & Bildung: Die Abgabe sichert den Bau, den Erhalt und die kontinuierliche Modernisierung von Verkehrswegen, Schulen, digitalen Netzen und kulturellen Einrichtungen. Da der Staat durch MMT nicht mehr auf „Steuereinnahmen warten“ muss, um zu bauen, dient die 30 %-Abgabe hier als regulative Rückführung des Geldes, während die Bauprojekte selbst unbürokratisch und bedarfsgerecht gestartet werden können.
Rentenermittlung: Die individuelle Rentenhöhe ist kein starres Einheitsentgelt, sondern spiegelt die über das Erwerbsleben erbrachte Verantwortung und Leistung wider. Sie berechnet sich nach dem Lebens-Durchschnitt des persönlichen TFE-Faktors.
Leistungsnachweis: Wer über sein Arbeitsleben hinweg im Durchschnitt einen hohen TFE-Faktor erzielt hat (z. B. durch langjährige Übernahme komplexer Verantwortung oder spezialisierter Facharbeit), erhält eine Rente, die proportional an der Maximalgrenze (Faktor 20) liegt.
Gerechtigkeitsanker: Durch diese Durchschnittsberechnung werden kurzfristige Einkommensspitzen geglättet und eine lebenslange, beständige Beitragsleistung zum Gemeinwohl belohnt.
Finanzielle Stabilität: Da die Rentenansprüche durch den Faktor 20 physikalisch gedeckelt sind, bleibt das System auch bei demografischen Veränderungen finanzierbar. Die Auszahlung wird durch die staatliche Geldsouveränität (MMT) garantiert und durch die 30%-Abgabe auf alle wirtschaftlichen Zuflüsse inflationsneutral abgesichert.
3. Der Effizienz-Turbo: Radikaler Bürokratieabbau
Die IGO-Abgabenreform ist gleichzeitig das größte Entfesselungsprogramm für Unternehmen und das Handwerk. Durch die Umstellung auf die 30 %-Pauschalabgabe und die automatisierte Abwicklung werden administrative Hürden eliminiert, die heute Produktivität blockieren:
Wegfall der Lohnbuchhaltungs-Komplexität: Da Sozialversicherungsbeiträge, Umlagen und unterschiedliche Steuerklassen durch die Einheitsabgabe ersetzt werden, reduziert sich der Aufwand in der Personalverwaltung auf ein Minimum.
Unbürokratische Gewinnermittlung: Das System ersetzt das Dickicht aus Tausenden Ausnahmeregelungen und steuerlichen Sonderbehandlungen durch eine klare, transparente Ertragslogik. Das spart Unternehmen teure Beratungskosten und Zeit für Betriebsprüfungen.
Befreiung von der „Symptom-Bürokratie“: Da soziale Absicherung (Bürgerversicherung) und ökologische Steuerung (ECO) systemisch in der IGO-Struktur verankert sind, entfallen für Unternehmer zahlreiche Nachweispflichten und Antragsverfahren für staatliche Förderungen oder Sozialausgleiche.
Fazit für Unternehmer: Die IGO macht den Kopf frei für das Kerngeschäft. Anstatt Energie in die Steuervermeidung oder Verwaltung zu stecken, fließt die gesamte Innovationskraft in die reale Wertschöpfung und ökologische Exzellenz.
Um die Tragfähigkeit des 30 %-Gemeinwohlmodells zu belegen, dient folgende überschlägige Kalkulation auf Basis aktueller Wirtschaftsdaten (BNE Deutschland ca. 4.200 Mrd. €):
Ausweitung der Bemessungsgrundlage: Anders als im heutigen System, das primär die Erwerbsarbeit belastet, erfasst die 30 %-Abgabe sämtliche Zuflüsse (Löhne, Unternehmensgewinne, Mieten, Kapitalerträge, Erbschaften). Bei einem geschätzten erfassbaren Volumen von 3.600 Mrd. € generiert allein diese Flat-Tax ca. 1.080 Mrd. € an Direkteinnahmen.
Die Bürokratie-Dividende:
Das aktuelle Steuer- und Sozialversicherungssystem ist hochkomplex und bindet enorme Ressourcen. Schätzungen zufolge verbraucht die Verwaltung dieser Komplexität (Steuerberatung, Compliance, staatliche Prüfungsorgane) ca. 10–15 % der Wirtschaftsleistung. In der IGO wird diese Last eliminiert, was eine jährliche Bürokratie-Dividende von ca. 410 bis 620 Mrd. € freisetzt.
Gesamtbetrachtung:
Zusammen mit der regulativen MwSt und der MMT-Souveränität (Geldschöpfungskompetenz für strategische Investitionen) verfügt der Staat über eine fiskalische Kapazität, die das heutige System übertrifft. Die Finanzierung der sozialen Sicherheit (Rente/Pflege) ist somit nicht mehr von der Anzahl der Köpfe (Demografie), sondern von der Gesamtproduktivität der Gesellschaft abhängig.
Die regionalen Bürgerräte sind das Herzstück der IGO Verwaltung. Um Lobbyismus, Korruption und Machtkonzentration systemisch auszuschließen, gelten folgende Regeln:
Losverfahren: Mitglieder werden per Zufallsprinzip aus der regionalen Bevölkerung gelost. Dies garantiert eine repräsentative Abbildung der Gesellschaft (Alter, Beruf, Herkunft).
Begrenzte Mandate: Eine Person darf maximal zweimal im Leben Mitglied eines Bürgerrates sein.
Keine direkte Wiederwahl: Zwischen zwei Amtszeiten muss mindestens eine 8 Jahres Periode Pause liegen. Dies verhindert Machtstrukturen und sichert kontinuierlichen Wissensaustausch.
Die Bürgerräte arbeiten in 8 jährigen Strategiezyklen. Ihre Hauptaufgaben sind:
Regionale Priorisierung: Festlegung, welche Infrastrukturprojekte (Schiene, Bildung, Energie) über die MMT Säule vorrangig finanziert werden.
Transparenz: Alle Entscheidungen werden über eine öffentliche Blockchain Schnittstelle (Open Ledger) in der IGO App in Echtzeit einsehbar gemacht.
Damit die Bürgerräte auf einem soliden fachlichen Fundament entscheiden und gleichzeitig die verfassungsrechtlich gebotene Teilhabe des Volkes gewährleisten, wird die Arbeit der Bürgerräte durch einen Wissenschaftlichen Beirat flankiert und durch direktdemokratische Entscheidungsinstanzen abgesichert.
Zusammensetzung des Beirats
Der Beirat wird nicht politisch besetzt, sondern spiegelt die fachliche Breite der IGO-Säulen wider:
Ökonomie: Expertise in MMT und integrierter Geldsystem-Oekonomie zur Sicherstellung der fiskalischen Stabilität.
Ökologie: Klimaforschung und Ressourcenmanagement zur Überwachung der planetaren Grenzen (ECO-Limit).
Soziologie: Forschung zu sozialer Gerechtigkeit, Arbeitszeitmodellen (TFE) und dem Gerechtigkeitsfaktor 20.
Ingenieurwissenschaften: Bewertung technischer Machbarkeiten und Ressourcen-Effizienz.
Bestimmungsverfahren
Pool-Bildung: Universitäten und Forschungsinstitute schlagen qualifizierte Fachleute vor.
Doppeltes Losverfahren: Aus diesem Pool werden die Beiräte gelost, um Günstlingswirtschaft und Lobbyeinflüsse auszuschließen.
Rotation: Der Beirat rotiert zeitversetzt zum Bürgerrat (z. B. alle 4 Jahre zur Hälfte), um Kontinuität und neue Impulse zu verbinden.
Rolle des Beirats und demokratisches Korrektiv
Beratungspflicht: Der Beirat klärt den Bürgerrat wertneutral über die Folgen verschiedener Entscheidungen auf. Er zeigt insbesondere ökonomische Elastizitäten und ökologische Auswirkungen auf.
Systemschutz & Volkssouveränität: Der Beirat besitzt kein politisches Veto. Er hat jedoch eine Wächterfunktion: Sollte eine Entscheidung des Bürgerrats nachweislich die mathematischen oder ökologischen Grundfesten der IGO verletzen (z. B. Überschreitung des ECO-Gesamtlimits oder Gefährdung der fiskalischen MMT-Stabilität), wird die Entscheidung gestoppt.
Volksabstimmung als höchste Instanz: In einem solchen Konfliktfall geht die Entscheidung unmittelbar an die Bürger:innen als übergeordnete Instanz zurück. In einer landesweiten oder regionalen Volksabstimmung entscheiden die Wahlberechtigten nach einer öffentlichen Debatte über die Annahme oder Ablehnung des Vorschlags. Dies erfüllt die Anforderung des Grundgesetzes an regelmäßige Willensbekundungen des Volkes und stellt sicher, dass das System innerhalb seiner physikalischen Grenzen (ECO) bleibt, während die politische Letztentscheidung beim Souverän liegt.
Das Losverfahren wird durch geschichtete Zufallsauswahl (Stratified Sampling) ergänzt. Der Lostopf wird so gewichtet, dass der Bürgerrat die reale Bevölkerung der Region widerspiegelt:
Alter und Geschlecht
Bildungsgrad
Berufsgruppen (Handwerk, Dienstleistung, Industrie, Pflege)
Sozioökonomischer Hintergrund
Die IGO definiert „Souveränität“ neu: Mitbestimmung ist kein Privileg der Herkunft, sondern ein Recht der aktiven Teilhabe.
Wohn und Arbeitsort: Jeder Mensch, der seinen Lebensmittelpunkt in einer Region hat, ist unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Generation voll teilhabeberechtigt.
Losberechtigung: Wer hier lebt, kommt in den Lostopf für die Bürgerräte. Migration wird als aktiver Teil der Gesellschaft verstanden.
Generationenübergreifend: Dies gilt für die erste Generation ebenso wie für deren Nachkommen. Die IGO ist ein „Mitmach System“, das Barrieren abbaut und Integration durch echte politische Mitverantwortung ersetzt.
Die IGO ist kein Bruch mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, sondern deren konsequente Weiterentwicklung für das 21. Jahrhundert. Sie übersetzt die zeitlosen Werte des Grundgesetzes in eine moderne Wirtschafts- und Geldlogik.
Das Grundgesetz verpflichtet den Staat zur Herstellung und Erhaltung sozialer Gerechtigkeit. In einem Umfeld von fortschreitender Automatisierung und demografischem Wandel stößt das aktuelle, auf Lohnarbeit basierende Sozialsystem an seine verfassungsrechtlichen Grenzen (Gefahr der Altersarmut).
IGO-Lösung: Durch die Entkopplung der sozialen Sicherung von der Anzahl der Beitragszahler und die Nutzung der MMT-Souveränität garantiert die IGO das grundgesetzlich verankerte soziale Existenzminimum krisenfest und dauerhaft.
„Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Dieser Kernsatz des Grundgesetzes findet in der IGO seine präziseste Ausgestaltung:
Die 30 %-Abgabe: Sie stellt sicher, dass jede Form von Wertschöpfung (nicht nur menschliche Arbeit, sondern auch Kapitalgewinne und automatisierte Produktion) ihren fairen Beitrag zum Gemeinwesen leistet.
Eigentumsgarantie: Das Recht auf Eigentum bleibt unberührt. Die IGO befreit privates Eigentum jedoch von der Last einer intransparenten und erstickenden Steuerbürokratie und ersetzt diese durch eine klare, berechenbare Teilhabe am Gesamterfolg.
Das Bundesverfassungsgericht hat 2021 klargestellt, dass der Staat die Freiheitsrechte künftiger Generationen durch den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sichern muss.
ECO-Säule: Die IGO-Leitplanken für den Ressourcenverbrauch sind die direkte Antwort auf diesen Verfassungsauftrag. Sie verhindern, dass die Freiheit der heutigen Generation auf Kosten der existenziellen Grundlagen der kommenden Generationen erkauft wird.
Die IGO erweitert die individuelle Freiheit massiv. Während das aktuelle System Bürger oft in „Bullshit-Jobs“ oder prekäre Abhängigkeiten zwingt, ermöglicht die Zeitfaktor-Ökonomie (TFE) eine echte freie Wahl der Lebensgestaltung.
70 % Netto-Garantie: Da dem Bürger von jedem erwirtschafteten Euro verlässlich 70 % verbleiben (Wegfall der kalten Progression und der Lohnnebenkosten), wird die wirtschaftliche Handlungsfreiheit gestärkt statt eingeschränkt.
Fazit: Die IGO transformiert den „bevormundenden Verwaltungsstaat“ zurück in einen „ermöglichenden Rechtsstaat“. Sie schützt die Menschenwürde nicht nur auf dem Papier, sondern durch eine systemische Architektur, die Freiheit, soziale Sicherheit und ökologische Verantwortung untrennbar miteinander verwebt.
Damit die dezentrale Bürgerherrschaft und die in diesem Kapitel beschriebene Dezentralität nicht durch wirtschaftliche Instabilität gefährdet werden, benötigt die IGO ein präzises Steuerungsmodell. Wir nutzen hierfür das Tinbergen-Prinzip, benannt nach dem niederländischen Wirtschaftsnobelpreisträger Jan Tinbergen.
Das Prinzip besagt: Für jedes unabhängige wirtschaftspolitische Ziel muss ein eigenes, unabhängiges Instrument existieren. Das heutige System scheitert oft, weil es versucht, mit einem einzigen Hebel (dem Zins) zu viele Ziele gleichzeitig zu erreichen. Die IGO hingegen stellt der Bürgergesellschaft vier getrennte Hebel zur Verfügung, um das System stabil in der Spur zu halten:
Hebel 1: Der Umlaufimpuls (Währungssicherung) Er garantiert, dass Geld als Tauschmittel zirkuliert und nicht durch Hortung dem Kreislauf entzogen wird. Dies sichert die Liquidität der Realwirtschaft, ohne auf das Vertrauen von Großbanken angewiesen zu sein.
Hebel 2: Der ECO-Faktor (Ressourcensicherung) Dieses Instrument steuert exklusiv die ökologische Nachhaltigkeit. Es stellt sicher, dass wirtschaftliche Aktivität die planetaren Grenzen respektiert, indem es den Ressourcenverbrauch direkt bepreist, anstatt zu versuchen, dies indirekt über die Geldmenge zu regeln.
Hebel 3: MMT-Fiskalsteuerung (Infrastruktursicherung) Die Investitionskraft des Staates wird durch die Modern Monetary Theory (MMT) vom Steueraufkommen entkoppelt. Die Grenze staatlichen Handelns ist nicht mehr die Verfügbarkeit von Buchgeld, sondern die Verfügbarkeit realer Kapazitäten und des staatlichen ECO-Budgets.
Hebel 4: Der Faktor 20 (Soziale Sicherung) Dieses Instrument begrenzt die Einkommens- und Vermögensspreizung dezentral und automatisch. Es verhindert die Entstehung von Machtasymmetrien, die eine echte Bürgerherrschaft korrumpieren könnten.
Durch diese funktionale Trennung wird die Governance der IGO „deterministisch“: Die Gemeinschaft kann an einem Regler drehen (z. B. dem ECO-Satz), um die Umwelt zu schützen, ohne dabei befürchten zu müssen, dass die Geldversorgung der lokalen Betriebe zusammenbricht. Mechanik und politische Freiheit werden so zu einer untrennbaren Einheit.
1Hinweis zur Modellintegration: An dieser Stelle harmonisiert die IGO das ursprüngliche ECO-Konzept (saveclimate.earth) mit der staatlichen Souveränität der MMT. Während das Basiskonzept die ECO-Steuer als primäres Finanzierungsmittel sieht, um direkten Handlungsdruck auf den Staat auszuüben, erweitert die IGO dies um das Instrument des ökologischen Investitionskredits. Damit wird verhindert, dass dringend notwendige Transformationen an einem aktuell zu knappen Steueraufkommen scheitern. Die „ökologische Rechenschaftspflicht“ bleibt doppelt abgesichert: durch die steuerliche Grundfinanzierung für den laufenden Betrieb und durch die strenge Koppelung von Krediten an reale Einsparziele und die Zustimmung der Bürgerräte.